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Wissenschaftliche Daten und Fakten zum Thema Stressbelastungen und Gesundheit

Die moderne Stressforschung vereint in einem interdisziplinären und wissenschaftlichen Ansatz die neuen und neuesten Erkenntnisse der Neurowissenschaften, der Hirnforschung, der neuromentalen Medizin und der Neuropsychologie zu einem umfassenden, praxisrelevanten Konzept der wirkungsvollen Stressbewältung und Stressreduktion sowohl auf neuronaler, mentaler, kogniotiver, emotionaler und physiologischer Ebene des menschlichen Körpers.

Ziel ist es, bis in das hohe Alter und auch unter herausfordernden beruflichen und privaten Situationen ein wirklich freies, leistungsstarkes, selbstbewußtes, glückliches und gesundes Leben zu führen.  

Der fundamentale Zusammenhang zwischen neuromentalen Stressbelastungen und der Entstehung und Progression von chronischen Erkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Tinnitus, Rückenschmerzen, Migräne, Krebs, u.a. ist medizinisch und wissenschaftlich in ausreichendem Maße belegt. Zu diesem Thema gibt es in den Literaturbanken weit über 60.000 Studien und Einzelpublikationen.

Stress und Krebs

  • Stress erhöht signifikant die Rate von Brustkrebs.
  • Ein hohes Stress-Niveau führt zu einem 3fach höheren PSA-Wert, der PSA-Wert zeigt bei Männern das Risiko für Prostata-Krebs an.
  • Stress vermehrt das Bauchfett. Vermehrtes Bauchfett erhöht die Krebsrate um 14% bei Männern und 20% bei Frauen.
  • Stress erhöht die Menge an freien Radikalen. Sie schädigen die DNA.

Stress und Demenz

  • Chronischer Stress zerstört die Gehirnzellen im Hippocampus (dem Speicher für un-sere Emotionen).
  • Wer auf unerwartete Lebensereignisse mit psychischem Stress reagiert hat ein deutlich erhöhtes Alzheimer-Risiko.

Stress und Übergewicht (Adipositas und metabolisches Syndrom)

  • Stress lässt das Bauchfett wachsen (v.a. durch Cortisol-Wirkung).
  • Menschen  mit mentalen Stressbelastungen erhöhen ihren BMI.
  • Stress erhöht das Risiko für die Depression. Menschen mit Depressionen haben ein erheblich höheres Risiko auch im Bereich der metabolischen Erkrankungen bzw. Diabetes mellitus.
  • Menschen mit Stressbelastungen bewegen sich noch seltener, ernähren sich ungesünder und nehmen ihre Tabletten deutlich seltener ein.
  • Stress verändert nahezu alle relevanten metabolischen Risikoparameter nachteilig.

Stress und Alterungsprozesse des Körpers

  • Stress setzt freie Radikale frei und führt zu Entzündungsprozessen und Zellalterung.
  • Stress führt zu einer rascheren Abnutzung der Telomere an der Zell-DNA. Dadurch ist die Teilungsfähigkeit und Regeneration der Zellen eher erschöpft, die Lebensdauer der Zellen sinkt.
  • Freie Radikale schädigen die Telomerase, die Zellteilungszyklus ist geschädigt.

Stress und Immunsystem

  • Chronischer Stress kann bei Multipler Sklerose die Häufigkeit der Schübe verdoppeln.
  • Unter Stress ist die Wirkung einer Hepatitisimpfung etwa nur halb so stark.
  • Stress senkt die Schwelle für Allergien.

Stress und Bluthochdruck, Koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt etc.

  • Das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden ist bei depressiv gestimmten Menschen bis zu dreimal häufiger. Nach einem Herzinfarkt sterben Patienten, die vor dem Infarkt depressiv waren, bis zu dreimal so häufig.
  • Wer häufig negative Gefühle und Ärger hat und dies leugnet, hat ein bis zu viermal größeres Risiko, ein Herzinfarkt zu bekommen.
  • Patienten mit Depressionen haben ein zwei- bis viermal so hohes Risiko, an Pectagina zu leiden wie psychisch gesunde Patienten.
  • Psychosozialer Stress ist als Risiko-Faktor für den Herzinfarkt so wichtig wie Fett-stoffwechsel, Rauchen oder Diabetes. (Fall-Kontroll-Studie 2004 mit über 30.000 Teil-nehmern aus 52 Ländern, INTERHEART-Studie).

Stress und Diabetes mellitus

  • Stress erhöht die Insulinresistenz und begünstigt Diabetes.
  • Stress erhöht den HbA1c-Wert und erhöht die relevanten Risikoparameter.
  • Stress verschlechtert die Gefäßgesundheit und lässt die atherosklerotischen Prozesse fortschreiten. 
  • Stresssituationen im Alltag gehen mit permanenten Ausschüttungen von Zucker einher, mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel und einer höheren Aktivität der Bauch-speicheldrüse, die frühzeitig erschöpft (u.a. Diabetes mellitus Typ 2 entsteht).

(Weitere Fakten: siehe G. Bittner, J. Koepchen: Mentale Medizin, Essen, 2004)